Top Tipps für deinen Online Kurs

Sonntag. Es ist Anfang Februar 2014. Es ist kalt und ziemlich dunkel. Und still. Sehr still. Das Einzige, was zu hören ist, ist das Summen meines Laptops. Und zu sehen ist nur die beleuchtete Skyline etwa zwei Kilometer vor meinem Fenster. Eigentlich schön, wäre es nicht die der Chemie-Linz.

Ich stehe an meinem Bügelbrett. Es ist kurz nach 3 Uhr morgens. Ich habe soeben die letzte Aufnahme fertig gemacht. Modul 5. Meine Screen-Capture Aufnahme ist bereit für den Upload auf Vimeo. Die Audio-Datei wird gerade auf Soundcloud hochgeladen. Nur noch ein paar Links einbauen, das PDF nochmals checken, dann in den Memberbereich gehen und das letzte Modul freischalten. Das letzte Video, die beiden letzten Audio-Dateien und die letzten PDFs. Dann ist das Programm fertig. Endlich.

So habe ich meinen ersten Online-Kurs fertiggestellt. Also eigentlich hab ich ja alle Module nachts gemacht. Den Rechner am Bügelbrett (weil ich nicht mehr sitzen konnte oder wollte), mein Rode-Podcaster daneben, eine Menge an Zetteln neben mir und bereit, auf „Record“ zu drücken.

Dabei hab ich jedes Video KOMPLETT gescriptet! Komplett. Mit Punkt und Beistrich. Ja, ich war so übereifrig, dass ich sogar markiert hatte, wann ich in meiner Präsentation „weiter“ drücken muss. Bevor ich es aufnahm, musste ich es freilich auch nochmals durchsprechen, probieren, ob es durchgängig war. Ich hab somit jedes Modul quasi mehrfach gemacht!

Nicht nur ein Mal musste ich ein Video neu machen, weil mein kleines Fräulein mitten in der Nacht im Zimmer stand und wissen wollte, was ich da tue. Nicht nur ein Mal habe ich Stunden über Stunden damit verbracht, nur die Texte vorzubereiten!

Herrje … ich hab über 80 Stunden gebraucht, diesen ersten Kurs fertigzustellen. Vom Zeitaufwand für Marketing red ich mal lieber gar nicht! 😉

Das Konzept des Kurses hatte ich auf diesen klitzekleinen, gelben PostIt-Zettelchen notiert und diese so lange hin und her verschoben, bis sie schon längst nicht mehr kleben konnten!

Doch es gab einfach kein Zurück mehr – denn der Kurs war schon verkauft, bevor ich noch überhaupt mit der Konzeption anfing

Ich bin zwar heute wesentlich schneller und effektiver beim Erstellen eines neuen Kurses, immerhin habe ich schon einige gemacht, aber das mit der Zeiteinteilung klappt noch immer nicht so optimal! J Ich steh zwar nicht mehr am Bügelbrett, aber dennoch werden Teile oft erst auf den letzten Drücker fertig. So wie dieser Blogartikel – mein Beitrag zur Blogparade von Simone Weissenbach.

Am schwierigsten fand ich damals, den roten Faden zu finden. Immerhin bin ich ja kein Pädagoge, um zu wissen, wie man Wissen am besten vermittelt. Also ging ich los und hab die Kurse, die ich selbst gekauft hatte, analysiert.

Welche Form von Inhalten gibt es (Audio, Video, Text, PDF), was spricht mich an, was holt mich ab?
Wie sind die Inhalte aufgebaut?
Wie viele Learnings werden pro Modul vermittelt?
Wie viele Module hat ein „guter“ Kurs, was ist der perfekte Zeitraum, um Module zu veröffentlichen, braucht man ein Forum oder eine Facebook-Gruppe?
Und noch gefühlte hundert andere Fragen mehr.

Eine der größten Erkenntnisse war jedoch, nicht zu viel in einen Kurs zu packen und dennoch den genau richtigen Preis zu finden.

Hier daher meine Top-Tipps für dich, wenn du deinen ersten oder nächsten Kurs erstellen möchtest:

  1. Definiere EIN Thema
    Was ist das KEY-Learning, das dein Kunde nach dem Kurs haben wird? Grenze alles andere aus und mach daraus lieber einen weiteren Kurs. Du überforderst deine Kunden sonst zu sehr und wirst zudem auch leicht zu schwammig bei deinem Kernthema.
  2. Weniger ist mehr
    Zerteile dein Hauptthema in Schritte oder Stufen, die logisch aufeinander aufbauen. Habe pro Video/Audio ein Thema. Versuche nicht, zu viele Punkte pro Lerneinheit einzubauen.
  3. Die 3er-Formel
    Was für mich für Videos sehr gut funktioniert, ist, drei Inhalte je Einheit (bei mir meistens Videos) zu vermitteln. Nach dem Motto „In diesem Video zeige ich dir 1, 2 und 3.“
  4. Damit
    Zeig deinen Kursteilnehmern immer, warum dieser Schritt, dieser Inhalt wichtig und relevant ist. Ein einfaches „Damit“ ist hier unglaublich hilfreich.
  5. Beispiele
    Wann immer möglich, versuche, Beispiele zu zeigen. Das macht den Weg zum Ziel transparenter und gibt gute Anhaltspunkte für deine Kunden.
  6. Sei präsent
    Wenn du deinen Kurs startest, sei da für deine Kunden. Egal ob sie technische Fragen haben oder inhaltliche. Nimm das Feedback an und auf und lerne dadurch mit deinen Kunden.
  7. Schaffe einen Raum
    Nicht jeder tauscht sich gern in Foren oder Gruppen aus. Viele jedoch schon. Ich stelle diesen Raum immer wieder zur Verfügung, weil dadurch großartige Dynamiken entstehen können. Auch für anfangs kleine Teilnehmerzahlen klappt das bereits sehr gut. Ich habe die besten Erfahrungen mit geschlossenen Facebook-Gruppen gemacht.
  8. Frage nach Feedback
    Mach es dir zur Routine, nach jedem Kurs alle Teilnehmer nach Feedback zu fragen. So bekommst du auf der einen Seite Testimonials für zukünftige Teilnehmer, andererseits wertvolle Hinweise darauf, wo du den Kurs noch weiter verbessern kannst.
  9. Grenz dich ab
    Nicht alles, was deine Kunden wollen, musst du auch umsetzen! Achte darauf, wie wichtig dir das Feedback ist, wie relevant die Anregung für den Kurs ist und ob sie öfter genannt wurde oder einmalig ist.
  10. Nimm dir genug Zeit
    Nicht nur für die Zusammenstellung des Kurses, sondern vor allem auch für dein Marketing! Baue eine Community auf, BEVOR du deinen Kurs zum Verkauf anbietest. Du musst dafür keine Newsletter-Liste mit 3.000 Adressen haben, manchmal sind 100 schon genau richtig. Aber HABE eine Community.
  11. Werde nicht über-perfekt
    Dein erster Kurs muss weder ein Meisterwerk an Pädagogik sein noch einen Award für Grafik und Design gewinnen. Nimm es als das, was es ist – ein Anfang! Besser werden kannst du immer noch. Halte dich jedoch nicht damit auf, nicht alles „perfekt“ zu machen – denn diese Vorstellung existiert nur in deinem Kopf.
  12. Leg dich fest und teste dennoch
    Definiere nicht die Inhalte auf Grund dessen, was dein Kurs kostet. Sondern leg den Preis fest, nachdem du weißt, was in deinem Kurs ist. Und nein, nicht jeder braucht einen 1.999-Euro- Ich kenne etliche, die mit Kursen für 50 bis 100 Euro Millionen gemacht haben! Definiere deinen Preis und beginne nach der ersten Runde, ihn zu testen.

Ach … ich könnte dir hier noch dutzende Tipps geben und Learnings, die ich selbst gemacht habe. Ich bin mir sicher, einiges davon findest du auch in den übrigen Beiträgen von Simones Blogparade.

Wenn du gern einen Kurs machen willst, dann setz dich hin, mach ein Brainstorming und hör nicht auf, bevor du nicht 5 bis10 Produktideen hast. Dann wähle die, die dich JETZT am meisten anlacht und mach dich ans Marketing. Frag deine Community, deine Leser, was sie von der Idee halten und wenn das Feedback gut ist, dann leg los und hab Spaß daran!

sonneBis bald
Karin

 

PS: Als Powermädl findest du in unserem Memberbereich schon eine Menge Input zum richtigen Marketing und vor allem auch, wie du super schnell und einfach zur genialen Idee für dein nächstes Produkt kommen kannst.