PlanenSpontanLetztens hatte ich ein total lustiges Gespräch. Es war eine Freundin, die zwar nicht im Business-Coaching, aber im Fitness-Bereich als Coach tätig ist.

Wir haben uns über unsere Fortschritte der letzten Monate unterhalten und auch darüber, was wir selbst planen und tun. Ich habe ihr von meiner Planung erzählt und was diese so enthält.

Sie jedoch lächelte nur und meinte: „Also, sowas hab ich noch nie gemacht! Ich brauche das einfach nicht. Es läuft doch auch so prima!“.

Boooom!

Ich war kurzerhand perplex.

Ehrlich – es läuft auch so? Ganz ohne Planung? Für mich, einen kreativen Querdenker, der die Dinge gerne chaotisch aber mit System angeht, einfach unvorstellbar. Ich hakte nach.

Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass die Dinge doch nicht ganz so rosig liefen, wie sie zuerst spontan meinte. Sie freue sich eigentlich am Montag schon auf’s Wochenende und am Wochenende auf den nächsten Urlaub. Aber im Grunde warte sie nur darauf, endlich – ja, endlich – in Pension gehen zu können. Dabei steht uns beiden der 4. runde Geburtstag erst noch bevor!

Sie hat also noch eine laaaaange Zeit vor sich.

Bei mir hingegen ist das so:

Ich freue mich am Freitag schon auf Montag. Nicht, weil ich meine Zeit nicht gerne mit meiner kleinen Tochter und meinem Mann verbringen würde, ganz im Gegenteil! Sondern, weil ich wirklich liebe, was ich tue. Ich LIEBE Marketing – mit all seinen Facetten – und finde es unglaublich spannend Neues dazuzulernen. Ich freue mich auch auf Urlaube, aber hauptsächlich deshalb, weil mich ein Tapetenwechsel unglaublich kreativ und produktiv macht. Ich arbeite eben wo ich will und wann ich will. Und – ich habe einen Plan.

Ich frage meine Klientinnen gerne, ob sie jetzt genau dort sind, wo sie sein wollten. Ob sie am Jahresanfang geplant hatten, genau jetzt hier zu sein – oder doch schon woanders? Die meisten hatten eigentlich andere Vorstellungen.

Sie hatten großartige Ideen, schillernde Visionen und konkrete Ziele – jedoch keinen genauen Plan, um all das zu erreichen. Dies und Das kam dazwischen. Das Leben hatte andere Pläne. Sie mussten das ein oder andere nochmals überdenken und über Board werfen. Genau dadurch liegt der Hase im Pfeffer.

Pläne werden nicht überdacht. Sie werden umgesetzt.

Wenn du dich daran machst, deinen Plan zu erstellen – dann tue dies stets strategisch. Wenn es jedoch an die Umsetzung geht, dann werde zum Macher. Tue es. Ohne Wenn und Aber.

Seit ich etwa 16 Jahre alt war, wollte ich mich „eines Tages“ selbständig machen. Ich habe seit diesem Tag beinahe täglich gelernt, hab mich immer ein Stück weiter aus meiner Komfortzone gelehnt und doch – bis ich DEN Schritt dann tatsächlich gemacht hatte, sind viele, viele Jahre vergangen.

Dennoch hab ich eines Tages einfach damit angefangen. Du weißt schon, frei nach dem Motto „Start before you’re ready“ und es ist ziemlich schief gegangen! Denn nur einen Traum zu haben, ist nun mal zu wenig.

Ich hatte privat so gut wie nie mehr als 2 Wochenenden im Voraus verplant. Ich wollte gern spontan sein. Bei meinen ersten Gehversuchen in der Selbständigkeit war das nicht viel anders. Ich wusste, was ich heute und vielleicht auch nächste Woche tun wollte. Ein Jahresziel hatte ich freilich auch. Aber alles dazwischen, überließ ich mehr oder weniger dem Zufall – und meiner Spontanität.

Hat etwas nicht funktioniert, habe ich es abgehakt. Hat etwas nicht den gewünschten Umsatz gebracht, habe ich es beendet. Schien die gesamte Unternehmensidee nicht schnell genug ertragreich zu werden, habe ich eine komplett neue Idee gesucht. In der Regel hat sich die auch innerhalb weniger Wochen gefunden. Es ist für mich heute der fast typische Weg zum Unternehmer die es ohne Hilfe angehen. So gut wie keiner wacht morgens auf und weiß, wie es geht. Es ist wie mit dem Laufen lernen – aufstehen, hinfallen und wieder aufstehen.

Ich bin jedoch froh, dass ich all diese Erfahrungen gemacht habe, auch wenn einige davon zumindest finanziell doch sehr schmerzhaft waren. Genau deshalb sind sie heute unbezahlbar. Ich habe viel probiert, versucht, vernichtet, aufgebaut, ruiniert und erschaffen – mit und durch meine Spontanität.

Richtig und stetig bergauf ging es erst als ich auch einen Plan hatte.

Ich bin auch heute noch spontan. Beruflich immer dann, wenn ich meine nächste Planung erstelle. Ich bin auch spontan, wenn es um die Umsetzung geht – allerdings halte ich mich dabei an meinen Plan.

Ich weiß heute, beides zusammen ist möglich. Aber ohne Plan würde ich es nie mehr angehen.

Und so gehst du deine Planung an:

  1. Starte mit deinen Ausgaben
    Bevor du dir überlegst, wie viel du gerne von allem hättest, überlege dir, wie viel du brauchst. Zu viele Unternehmerinnen wissen zwar was sie gerne hätten, haben jedoch keine Ahnung, was sie überhaupt brauchen. Sieh dir deine Ausgaben an und zwar ganz genau! Auch die, die in der nächsten Planungsphase auf dich zukommen. Sieh dir dazu auch dein Money-Mindset an.
  2. Was genau willst du erreichen?
    Bringe Zahlen auf den Tisch, rede nicht drum herum sondern notiere dir klipp und klar, schwarz auf weiß, was genau du erreichen willst.
  3. Setze dir Fristen
    Damit du die Dinge auch wirklich umsetzt, brauchst du Fristen. Fixe Zeitpunkte, bis zu denen du deine Ziele erreichen willst. Setze sie dir. Trage sie in deinen Kalendern ein und halte dich daran.
  4. Optimiere was du optimieren kannst
    Welche Systeme kannst du implementieren, um deine Ziele zu erreichen? Systeme sind Abläufe, die sich immer wieder wiederholen. Wie gehst du mit Anfragen um, welche Fragen werden immer wieder gestellt? Was kannst du automatisieren bzw. als fixen Ablauf definieren?
  5. Bleibe realistisch
    Es ist großartig, wenn dein nächstes Umsatzziel 10.000,– Euro sind (wie es momentan ja scheinbar richtig „in“ ist), aber wenn du derzeit 2.000,– im Monat verdienst, dann ist der Sprung schon recht hoch. Das heißt nicht, dass er unrealistisch ist. Es kommt darauf an, was du für dein Marketing geplant hast. Setze dir Ziele, die dich zwar herausfordern aber nicht überfordern!
  6. Plane regelmäßig
    Ich plane einmal pro Jahr das Big-Picture. Und breche es dann auf überschaubare Einheiten herunter. Die Detailplanung mache ich dann eben jeweils in kleineren Planungseinheiten. Somit erstelle ich regelmäßig eine neue Planung und richte diese erneut an meinem Big-Picture aus.
  7. Mache aus Plänen konkrete To-Do’s
    Wenn dein Ziel ist, 10 Neukunden in den nächsten 60 Tagen zu finden, dann plane, was du dafür täglich tun kannst, um dies zu erreichen. Wie viele Kontakte brauchst du, wie viele Newsletter, wie viele male wirst du fragen „Willst du mit mir arbeiten?“, wie viele Angebote wirst du legen, wie viele Vorträge oder Webinare halten? Definiere dies danach als konkrete To-Do’s.
  8. Behalte deine Fortschritte im Auge
    Wenn wir beim 10-Neukunden-Beispiel bleiben, nimm dir einen Zettel zur Hand und mach ein Kreuzerl drauf für jeden neuen Kunden in der aktuellen Planungsphase. Feiere deine Fortschritte kräftig – aber behalte sie im Auge und lass nicht nach, bis du sie nicht erreicht hast.
  9. Überprüfe deinen Zeitplan
    Wenn du alles auf den Tisch gebracht hast, notiere dir deine To-Do’s in deinem Kalender. Überlege dir, ob du es alleine schaffen kannst oder wo du Hilfe brauchst. Geht es sich nicht aus, revidiere nicht deine Ziele, denn die hast du ja gut überlegt. Sondern überlege dir, wo du dich besser organisieren kannst.

Meine Planung dauert in der Regel nicht viel länger als 1 Stunde. Da ich aber genau weiß an wen ich mich wende, was ich tun werde und warum ich die jeweiligen Punkte in meiner Planung habe, ist sie so enorm effektiv.

Plane und du hast ein echtes BUSINESS und nicht bloß einen JOB!

Denn Unternehmer machen Pläne und fleißige Arbeitsbienen setzen sie um. Als selbständige Unternehmerin bist du beides. Plane strategisch und setze danach operativ alles um. Neue Ideen notiere dir für deine nächste Planung! Ernsthaft! Schmeiße deinen Plan nicht über den Haufen, bloß weil du neue Ideen hast. Integriere sie oder hebe sie dir auf. Nur so kannst du lernen, was funktioniert und was noch besser geht.

Hast du deine Planung wirklich gut durchdacht, brauchst du keine neuen Ideen um all deine Ziele zu erreichen.

Ich plange übrigens alle 60 Tage neu!

Wie oft pro Jahr planst du und wie viele deiner Pläne hast du schon über den Haufen geworfen? Was denkst du, kannst du erreichen, wenn du an deinem Plan festhalten würdest? Und wie hilfreich ist dieser 9-Punkte-Plan für deinen Plan?

Ich freue mich auf deinen ganz spontanen Kommentar!

sonneBis bald,
Karin

 

 

PS: Wenn du gerne noch mehr über meine Arbeit erfahren würdest und was meine Kunden erreichen, wenn sie richtig planen, verrate ich dir gerne in einem Strategiegespräch mit mir.