SilviaChytil www.silviachytil.comIch kenne quasi niemanden, der es bedingungslos liebt, sich selbst zu vermarkten. Sprich, für sich selbst andauernd die Werbetrommel zu rühren und jedem zu zeigen, wie toll er ist. Dennoch, wenn du aus deinem Hobby ein erfolgreiches Business aufbauen möchtest, gehört Verkaufen einfach dazu. Warum du dich aber deswegen dennoch nicht vermarkten musst, zeigt dir meine Gastautorin und VIP-Kundin Silvia Chytil in diesem Gastartikel:

 


 

 

Mal ehrlich. Wie viel Marketingbücher hast du zu Hause? Wie viele Online-Marketing-Newsletter abonniert? Wie viele Kurse besucht, die dir zeigen, wie du dich vermarkten kannst? Und trotzdem hat es nicht funktioniert. Du hast dich noch immer nicht erfolgreich vermarktet.

Vielleicht hast du aber auch nur diese drei Punkte missachtet

In meinen früheren Jobs hörte ich eine Aussage immer wieder: „Du musst dich besser vermarkten.“
Ehrlich – ich konnte das schon nicht mehr hören. Was genau war damit gemeint? Von Tür zu Tür gehen und rausposaunen, wie toll ich bin?

Nein, das war nicht mein Ding. Das wollte ich nicht machen.

Heute als Unternehmerin höre ich es wieder:
„Du musst dich sichtbar machen. Du musst zur Marke werden. Du musst dich gut verkaufen.“

Laut Duden bedeutet vermarkten, etwas an die Öffentlichkeit bringen, ein gutes Geschäft daraus machen. Für die Wirtschaft bedeutet es, etwas (für den Verbrauch bedarfsgerecht zubereitet) auf den Markt bringen.

Synonyme sind: abgeben, abtreten, loswerden, verhökern, verschachern, veräußern, verramschen, verscherbeln.

Das sind keine positiven Beschreibungen.
Ich kann sehr gut verstehen, warum viele Unternehmerinnen Probleme mit der Vermarktung haben.
Wer will sich schon gerne verscherbeln lassen?

Verkaufen ist nicht das Gleiche wie nerven

Ich halte regelmäßig Seminare für Gründerinnen und Gründer zum Thema Networking. Am Beginn jedes Workshops erfrage ich deren dringendstes Anliegen. Über 60 % geben zur Antwort „Wie kann ich netzwerken, ohne aufdringlich zu sein?“

Tauschen wir das Wort „netzwerken“ mit vermarkten oder verkaufen, dann bleibt die Frage:
„Wie kann ich mich …, ohne aufdringlich zu sein?“

Wir alle haben ein ähnliches Bild, wenn wir an vermarkten oder verkaufen denken. Den Keiler, der uns an der Türe eine Ware verkauft, die wir nicht haben wollen. Kaufen wir doch, bleibt das Gefühl, überrumpelt, manipuliert oder über den Tisch gezogen worden zu sein.

Und genau darum geht es – wir wollen verkaufen, ohne aufdringlich zu sein. Ohne zu nerven. Ohne lästig zu sein.

Aber wie geht es dann?

Gar nicht!

Du kannst nämlich nichts verkaufen, was keiner will oder braucht, ohne zu nerven. Das ist nicht möglich.

Was aber möglich ist, ist, den Menschen etwas zu geben, das sie dringend brauchen, sie haben wollen oder worauf sie neugierig sind. Dann wirst du auch nicht nerven. So einfach ist das.

Nicht immer muss es ein Riesen-Werbebudget sein

Es gibt viele Unternehmen, die mit geringem Werbebudget sehr erfolgreich wurden. Sie gehen einen anderen Weg.

Vielleicht kennst du die Firma Zotter. Zotter ist eine kleine Schokoladenmanufaktur mit ungefähr 130 MitarbeiterInnen. Sie produzieren fair und halten sich an keine Regel. Im aktuellen Sortiment finden sich Schokoladensorten wie „Marzipan-Amaretto“, „Basmati-Reis mit Safran“ oder „Bergkäse-Walnüsse-Trauben“. Ich bin mir ganz sicher, diese Schokoladensorten sind nichts, was die Welt unbedingt braucht. Und trotzdem – ich liebe diese Schokoladen und viele andere auch. Der Erfolg gibt Herrn Zotter recht.

Vor einigen Jahren in einem Interview gab er an, dass er vom klassischen Marketing nichts hält. Er kommt mit sehr wenig Werbebudget aus und expandiert trotzdem seit Jahren.

Was also brauchst du, um erfolgreich zu sein, ohne dich zu vermarkten?

1.  Leidenschaft

Die erste und wichtigste Essenz, die du benötigst, ist Leidenschaft. Für dein Produkt, für deine Dienstleistung. Wenn du selbst nicht an dich und dein Produkt glaubst, wie sollen es dann die anderen? Deine eigene Begeisterung ist die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Kunden haben sehr feine Antennen. Sie riechen sofort, wenn wir etwas verkaufen wollen, von dem wir selbst nicht überzeugt sind. Denn was wir damit aussenden, ist, dass wir nur das Geld möchten. Ob die Kundinnen dann auch einen Nutzen haben, ist uns scheinbar egal.

Menschen lieben es einzukaufen. Sie wollen ihr Geld ausgeben. Allerdings wollen sie es nicht verschenken. Und sie kaufen keine Ware. Sie kaufen ein Gefühl.

Sie kaufen keine teuren Cremes, um ihr Gesicht einzuschmieren. Sie wollen damit schöner, jünger und attraktiver wirken. Kein Auto, um auf der Straße zu fahren. Sondern um sicher von A nach B zu kommen oder vor dem Nachbarn protzen zu können.

Eine Kaufentscheidung ist niemals rational. Dahinter steckt immer eine Emotion. Beliebter, glücklicher, erfolgreicher. Der Funke springt über, sobald du ihnen deine Leidenschaft und somit deine Gefühle vermitteln kannst.

2.  Durchhaltevermögen

Herr Zotter war mit seinem Unternehmen schon einige Male knapp vor dem Konkurs. Natürlich – wer braucht schon Schokolade mit Käsegeschmack. Einzig sein Durchhaltevermögen hat ihn dort hingebracht, wo er heute ist.

Einer der häufigsten Fehler: sich einzig und alleine an jenen zu orientieren, die schon ganz oben sind. Ohne darauf zu achten, dass der Erfolg bei den wenigsten über Nacht kam. Sehr viele erfolgreiche Unternehmer und Unternehmerinnen durchwanderten zuerst ein tiefes Tal, bevor sie den Gipfel erstürmen konnten.

Die meisten Unternehmensgründungen scheitern in den ersten drei Jahren. Es sind auch die schwierigsten Jahre. Um diese zu überstehen, braucht es neben einer finanziellen Rückendeckung auch eine genaue Planung und eine perfekte Strategie.

Wie viele erfolgreiche Unternehmen würde es wohl geben, hätten sie nicht frühzeitig das Handtuch geschmissen?

„Aufgeben ist das Gegenteil von Erfolg“

Es braucht einfach seine Zeit, bis potenzielle Kunden auf dich aufmerksam werden. Außer du hast die eierlegende Wollmilchsau erfunden. Dann geht das ganz fix.

3.  Bleib dir selbst treu

„Regel Nummer 1: Sei niemals Nummer 2“

Eigentlich kann ich es schon nicht mehr hören. Du musst dich positionieren, du musst eine Nische finden, du musst anders sein. Vergiss das alles.

Denn: DU bist anders! DU bist einzigartig.

Aber nur dann, wenn du auf dich hörst, wenn du deine Stimme sprechen lässt, wenn du dich auf deine Stärken konzentrierst. Und nicht versuchst, irgendjemanden nachzuahmen oder allen zu gefallen.

Natürlich ist es nicht einfach – es ist aber der einzige Weg. In einem sehr bekannten Marketingbuch (ja, auch ich lese sie!) gibt es genau einen Tipp: „Werde die Nummer 1 im Kopf deiner Kunden!“ Das funktioniert aber natürlich nur, wenn du du bleibst und nicht jemand anderen kopierst.

Also trau dich, hör in dich hinein und geh deinen Weg. Abgesehen davon, dass es der einzig richtige Weg ist, ist es auch der einzige, der dich ans Ziel führt.

Also … Das nächste Mal, wenn du wieder an dir zweifelst und du mit Druck versuchst, dich am Markt zu positionieren, halte kurz inne und stelle dir die drei Fragen:

  • Bist du mit Leidenschaft bei der Sache?
  • Willst du zu früh aufgeben?
  • Bist du dir treu?

Lebe dein Leben!

Silvia


 

Silvia ist die Erfinderin der Schwebebalken-Strategie, mit der Unternehmerinnen mehr Balance in ihr Business bekommen und damit die Weichen auf Erfolgskurs legen. Sie ist selbst passionierte Unternehmerin mit Herz und Seele und einem unglaublich großen Erfahrungsschatz, auf den sie zurückgreifen kann.

Hier findest du mehr zu Silvia und ihrer Schwebebalken-Strategie. Aber schau auch unbedingt ins „PS“ 🙂